Das Ergebnis fiel mit 15:32 zwar deutlich aus, doch bei genauerer Betrachtung wussten Trainer Marcus Grüßner und die Handballerinnen des SC 04 Schwabach das Aus im Halbfinale des Molten-Pokals in Erlangen schon richtig einzuordnen:

„Wir haben gleich nach dem Spiel darüber geredet und freuen uns jetzt auf den Ligastart in der Landesliga mit dem Heimspiel gegen HC Sulzbach-Rosenberg!“ Mit der ersten Hälfte der Partie gegen die Gastgeberinnen vom HC Erlangen war der neue Schwabacher Übungsleiter nicht einmal unzufrieden. 9:14 hieß es nach 30 Minuten gegen eine Erlanger Mannschaft, die Grüßner sicherlich zu den Favoriten in der neuen Saison rechnet: „Die werden in der Bayernliga nicht sehr viele Spiele verlieren“, mutmaßt er. Schon in der vergangenen Saison haben die Erlangerinnen als Vierter der Abschlusstabelle zu den besseren Mannschaften dieser Liga gezählt. „Und Erlangen hat sich für die neue Saison verstärken können — vor allem im Rückraum haben sie Qualität hinzugewonnen.“ Schon in der letztjährigen Bayernliga- Saison haben die Schwabacher Handballerinnen mit diesem Gegner keine guten Erfahrungen gemacht. Zwei Mal kassierten sie über 30 Gegentore — das Hinspiel war in eigener Halle mit 26:36 verloren gegangen, im Rückspiel gab es eine 18:33-Klatsche, die in etwa die Dimension hatte wie das 15:32 vom Sonntag im Pokal.

Munter durchgewechselt

Die Gründe für das am Ende deutliche Resultat lagen für Marcus Grüßner auf der Hand. Wie erwähnt bewegte sich das Ergebnis nach der ersten Hälfte noch in einem erträglichen Rahmen. Da konnten sich die Schwabacherinnen einigermaßen auf den geharzten Ball einstellen. Nach dem Wechsel erlahmte allerdings die Gegenwehr der Schwabacher Gäste. Trainer Grüßner wechselte nun munter durch, um allen seinen Akteurinnen Spielpraxis zu gewähren, und achtete jetzt nicht mehr auf das Endergebnis.

Wie stark die Erlangerinnen in der neuen Bayernliga-Saison einzuschätzen sind, das wurde auch in ihrem zweiten Spiel des Pokaltages deutlich, als sie den Ligarivalen 1. FC Nürnberg ebenfalls sehr deutlich mit 29:16 aus der Halle fegten. Nürnberg hatte zuvor sein Halbfinalspiel gegen den vom ehemaligen Schwabacher Damencoach Richard Dittrich betreuten Bezirksoberligisten HG Ansbach mit 27:18 klar gewonnen.