Während die Reserve der HSG Lauf/Heroldsberg ihren Siegeskreis bildete um den Triumpf zu feiern, zogen die Schwabacher mit hängenden Köpfen vom Bankett. Ein Szenario, an welches vor dem Spiel vermutlich niemand so richtig zu glauben wagte. Zu gut waren die Vorzeichen auf einen Auswärtssieg. Unter der Woche wurde sich akribisch auf das Duell mit der HSG vorbereitet, wobei Trainer Zintl einen klaren Matchplan vorgegeben hatte. Auch an Unterstützung sollte es nicht mangeln. So fanden sich bereits 1,5h Stunden vor Spielbeginn nahezu alle Spieler des 21 Mann großen Kaders an der Halle ein, um die Visiere auf Sieg zu stellen.

Die Partie wurde pünktlich um 18.00 Uhr angepfiffen. Während die Schwabacher den ersten Treffer der Begegnung markieren konnten, boten sich beiden Mannschaften ein Duell auf Augenhöhe. So entstand in den ersten 30 Minuten ein Kampf, von dem sich einige Parteien bei ihren Bemühungen um Wählerstimmen wohl eine große Scheibe hätten abschneiden sollen. Immer wieder fanden die Schwabacher Lösungen für das aggressive Abwehrspiel der Gastgeber. Doch auch selbst, musste man sich in den eigenen Reihen des Öfteren geschlagen geben, sodass sich beide Mannschaften beim Stand von 14:15 aus Sicht der HSG in die Halbzeit verabschiedeten. Bereits hier war den Schwabacher Spielern jedoch kaum eine Emotion bzgl. der gut gespielten Halbzeit und der daraus resultierenden 1-Tore-Führung zu entnehmen. Nahezu in Trance wurde der Gang in die Kabine bewältigt.

Wieder zu sich gekommen schafften es die Schwabacher sich Anfang der zweiten Halbzeit nun erstmals eine Vorsprung von drei Toren zu sichern. Doch bei den Gästen konnte nicht einmal ein Hauch von Resignation hervorgerufen werden, sodass sich diese bereits zwei Minuten später wieder auf 16:17 herangekämpft hatten. Während auch der darauffolgend gespielte Angriff nicht zum Torerfolg führte, sondern zu allem Überfluss in einem Konter der Gastgeber verpuffte, konnte Christian Lutsch den davoneilenden HSGler nur auf Kosten einer roten Karte stoppen. Der daraufhin fällige 7-Meter wurde von den Gastgebern zum zwischenzeitlichen Ausgleich genutzt.

Der Schock über den Verlust einer ihrer besten Schützen war den Schwabachern anzumerken. Zwar schaffte man es sich in den darauffolgenden fünf Minuten weiterhin auf den vorgegeben Matchplan zu konzentrieren, doch spätestens mit Übernahme der Führung durch die Gastgeber beim Stand von 20:19 und deren kontinuierlichem Ausbau fingen bei den Schwabachern die Köpfe an zu hängen. Während die mitgereisten Unterstützer verzweifelt versuchten ihre Schützlinge aufzubauen, konnte selbst das Feuer bei den Spielern auf der Ersatzbank nichtmehr entflammt werden. Doch warum, ist und bleibt wohl für immer deren Geheimnis? Wer ein Handballspiel bereits 10 Minuten vor Ende abschreibt und das nur, weil man vier Tore in Rückstand geraten war, der hat den Sport entweder noch nicht ganz verstanden oder war mit den Gedanken einfach nicht mehr bei der Sache. Während sich die HSGler bei ihrem Rückstand gegenseitig aufbauten und so die Moral bewiesen, diesen wieder in eine Führung umzumünzen, suchten die Schwabacher Spieler lieber die Linien am Hallenboden nach neuen Weg ab.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Moral der Mannschaft in den kommenden Aufgaben deutlich steigert und man ein Spiel, egal bei welchem Spielstand niemals vor dem Ertönen der Endsirene abschreibt!

Es spielten:

Ott, Florian (Tor); Walwei, Jonas (Tor); Geck, Mathias (6/1); Halbig, Benno (2/0); Schwarz, Tobias (2/0); Scherbel, Patrick (3/0); Meyer, André (4/5); Reichel, Stefan (0/0); Lutsch, Christian (5/1); Reitz, Björn (1/0); Sluik, Sebastian (1/0); Schneider, Andreas (0/0); Motzelt, Michael (1/0); Schöner, Samuel (0/0);