Alles war bereitet für ein prestigeträchtiges Aufeinandertreffen. Am vergangenen Samstag betraten die Handballer des TV 1860 das Parkett der Schwabacher Arena und grüßten die Zuschauer. Morituri te salutant. Das Kräfteverhältnis war an und für sich klar. Nachdem sich in den letzten zwei Spielzeiten gleich drei Bad Windsheimer Leistungsträger dem Kader von Trainer Zintl angeschlossen hatten, sah man sich sogar auf Seiten der Gäste „unterlegen“ (siehe Bad Windsheimer Vorbericht). Dennoch bereitete man sich auf Seiten der Schwabacher akribisch und eifrig auf eine Schlacht vor, denn nichts anderes waren die Aufeinandertreffen mit den Kurstädtern in der Vergangenheit gewesen.

Das Spiel begann ob der Brisanz äußerst nervös. Die beiden Formationen tasteten sich vorsichtig ab, begangen aber auf beiden Seiten eine Vielzahl von Fehlern, weshalb es bis zur 4. Spielminute dauerte ehe der Windsheimer F. Ebner zum ersten Schlag für die Gäste treffen konnte. Sichtlich erbost mahnte Trainer Zintl seine Spieler zur Konzentration die fortan einen kühleren Kopf beweisen und besser zur eigenen dominanten Spielweise finden sollten. Nichtsdestotrotz leisteten die Gäste leidenschaftlich Widerstand gegen das schwabacher Imperium und konnten eine knappe Führung bis zur 13. Minute verteidigen, ehe die Goldschläger das Spiel drehen konnten. (4:4 und 5:4, 13. Min.). Fortan zeigte Schwabach, dass es seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Taktische Disziplin in Defensive sowie Offensive hielten die Gäste auf Abstand. In dieser Phase zeigte sich auch, dass man mit der Verpflichtung von Torhüter Florian Ott (einer der ehemaligen Bad Windsheimer) einen starken Rückhalt gewonnen hat, der Keeper konnte sich grade in dieser Phase durch wichtige Paraden auszeichnen.
Beim Stand von 13:9 tauschten die beiden Mannschaften die Seiten. Die zweite Halbzeit kamen die Gastgeber besser aus der Kabine und erhöhten den Spielstand auf 15:9 (33. Min.) Wer nun auf den Zuschauerrängen auf die Idee kam sich gemütlich nach hinten zu lehnen um entspannt das weitere Geschehen auf dem Spielfeld zu verfolgen, der hatte seine Rechnung nicht mit den Gästen gemacht. Errare humanum est. Wie ein kleines gallisches Dorf bäumten sie sich nochmal auf und kämpften sich bis auf 2 Tore zurück. (18:16, 43. Min.)
Christopher Zintl erkannte die Zeichen der Zeit und nahm eine Auszeit, um seinen Mannen nochmals eine taktische Feinjustierung für die „Crunch Time“ des Spiels mitzugeben.
Diese agierten nun wieder zielstrebiger und bauten ihre Führung wieder auf 4 Tore aus. (21:17, 47. Minute) Was den Hausherren in die Hände spielte, war die rote Karte gegen den Windsheimer Markus Lindörfer, welcher den zum Gegenstoß enteilten Tobias Schwarz nicht regelkonform zu stoppen wusste und somit vollkommen berechtigt des Feldes verwiesen wurde. In dieser Situation ließ man sich auf Schwabacher Seite dazu hinreißen diese Hinausstellung mit Jubel zu versehen, was nicht die feine englische Art ist, jedoch wohl mehr auf die Anspannung und den Respekt vor einem starken Bad Windsheimer Gegner zurückzuführen ist. Die Gäste nahmen dies jedoch zum Anlass, nochmals alles in die Waagschale zu werfen um zurück ins Spiel zu kommen und Schwabach wäre nicht Schwabach, wenn man ihnen diese Chance nicht gewährt hätte und so kamen die Kurstädter fast sogar zum Ausgleich. (22:21, 52. Min.).

Zum Glück besannen sich die Goldschlägerjungs dann allerdings nochmal ihrer Stärke und trafen mit einem Doppelschlag durch Sluik und Geck zum 24:21 und stellten so die Weichen 5 Minuten vor Schluss auf Sieg. Nun wurde bis zum Ende gut ausgespielt und so gewann man letztlich verdient mit 29:23.

Es spielten:

Ott (Tor), Walwei (Tor), Rösch (1), Geck (5), Scheibel (1), Schwarz (2), Meyer (4/3), Reichel (2), Lutsch, Seidling (1), Reitz (1), Sluik (3), Schneider (6/3), Schöner (3).